Uslar. Alle Entscheidungen eines Geschäftsjahres an einem Tag zu treffen, dürfte selbst für gestandene Unternehmer und Vorstände eine Herausforderung sein. Für 20 Schüler des Uslarer Gymnasiums wurde sie Realität. Und noch mehr: In nur einer Woche simulierten sie als Vorstände vier Geschäftsjahre ihrer Unternehmen beim Unternehmensplanspiel „Management Information Game“ (MIG). Das Spiel fand bereits zum sechsten Mal in Folge im Werk der Demag Cranes & Components GmbH in Uslar statt.

Gewinner der Präsentation: Die Linova AG mit ihrer Lampe „Alea“ und (von links) Birk Mumme, Viet Duc Nguyen, Jakob Reiter, Franziska Wolkenhauer, Annemarie Beyer und Maren Sobotta. Foto: Porath
Die NoNox AG, die Lumen AG und die Linova AG stehen in einem harten Wettbewerb. Alle drei Unternehmen, vertreten durch jeweils fünf Vorstände und Führungskräfte, produzieren Lampen und sollen nun von den Schülern erfolgreich durch die nächsten vier Jahre gesteuert werden.
Diese Aufgabe stellte Spielleiter Manfred Kussatz aus Nienburg vom Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft den Gymnasiasten, als sie am Montag ihren Job im Werk der Demag antraten. Statt in der Schule am Unterricht teilzunehmen, sollten sie erleben, was es heißt, ein Unternehmen zu führen. Von der Wahl eines Vorstandes, über die Gewinn- und Verlustrechnung und Kostenkalkulation bis hin zur Produktentwicklung und Marketingstrategie galt es an jedem Tag, Entscheidungen zu treffen, die im Ernstfall über das Bestehen eines Unternehmens und damit viele Arbeitsplätze entscheiden können.
Einer der Höhepunkte der Woche: Der Wettbewerb um die beste Präsentation des jeweiligen Produktes vor den von Eltern und Gästen dargestellten Einkäufern der Experto AG, einem für das Spiel konstruierten Elektronik-Händler. Wie im richtigen Geschäftsleben mussten die Schüler dafür in ihren Unternehmen Prototypen entwickeln, den Preis kalkulieren und sich Sonderfunktionen und mögliche Alleinstellungsmerkmale ihrer Produkte ausdenken. So sollten zum Beispiel eine automatische Dimm-Funktion, ein USB-Anschluss und eine Telefonfunktion oder die integrierte Wetterstation die Einkäufer überzeugen. Selbst erste Werbefilme und Marketingkampagnen wurden entworfen und produziert, um sich schließlich noch den Fragen der potenziellen Käufer nach Lieferbedingungen und Reklamationsabwicklung zu stellen.
Den Lohn für die Mühen gab es in Form von großem Applaus der Gäste und einem positiven Resümee von Spielleiter Manfred Kussatz und Schulleiter Hermann Weinreis. Dieser stellte fest, dass er bei seinen Schülern Fähigkeiten entdeckt habe, die ihnen vorher vielleicht gar nicht bewusst geworden seien. (yp, 30.01.2010)
Uslar. Statt Schulstunden in Mathe und Physik standen für 20 Schülerinnen und Schüler des Uslarer Gymnasiums eine Woche lang Börsenkurse, Produktentwicklung, Qualitätsmanagement und Zahlungsziele auf dem Stundenplan.
Sie arbeiteten mit beim MIG-Spiel (Management Information Game) des Bildungswerkes der Niedersächsischen Wirtschaft und präsentierten ihre Ergebnisse am Donnerstag in der Kantine der Uslarer Firma Demag Cranes & Components. 60 Leute waren dort versammelt, neben den Schülern auch etliche Lehrer und Repräsentanten aus regionalen Unternehmen.
Die Gymnasiasten erarbeiteten in ihrem Unternehmensplanspiel in den Rollen als Marketingchef, Techniker und Produktentwickler, Kaufmann und Controller die Präsentation einer neuen Leseleuchte.
Bei der Verkaufspräsentation vor den "Einkäufern" - das waren die Gäste in der Kantine - nannten die in typischer Business-Kleidung vorbereiteten Spielgruppen die Vorzüge ihrer Lampen, priesen den Kundennutzen und die Umweltfreundlichkeit an.
Die Argumentationen, die zur Bestellung und damit zu vollen Auftragsbüchern führen sollten, wurden anschließend bewertet. Werbefilmchen waren vorbereitet, Muster-Leuchten hergestellt und auf Postern werbewirksam abgebildet.
Zum Abschluss wurden zwar Punkte für die Produktpräsentation der drei Gruppen vergeben, doch "Gewinner waren alle," sagte Schulleiter Eberhard Otto vom Gymnasium. Er lobte die seit Jahren bestehende gute Kooperation mit den Unternehmen und die professionelle Unterstützung aus den Betrieben. Das MIG-Programm soll fortgesetzt werden.
Träger des Wirtschaftswochen-Projekts waren die Stiftung Niedersachsen Metall und die Bundesagentur für Arbeit. Betreut wurden die Gymnasiasten von Lehrer Peter Reiter und bei ihrer praktischen Management-Arbeit von Manfred Kussatz (Nienburg), Bettina Blecher (Göttingen) und Demag-Chef Klaus Müller. (jdx)
Zum fünften Mal wird das Gymnasium Uslar zusammen mit DEMAG ein so genanntes „Management Information Game“, kurz „MIG“, durchführen. Zwischen dem 25. 02. und 29. 02.08 tauschen 20 Schülerinnen und Schüler aus dem Jahrgang 12 die harten Stühle im Klassenzimmer gegen die weichen Sessel des Besprechungsraumes in der Verwaltung des größten Uslarer Unternehmens. Nicht nur die Sizgelegenheiten, sondern auch die Inhalte bilden einen großen Kontrast zum gewohnten Schulleben. Am Vormittag werden die Schülerinnen und Schülern durch Mitarbeiter der DEMAG über alle wichtigen Bereiche eines Unternehmens wie Personalwesen, Entwicklung sowie Gewinn- und Verlustrechnung informiert. Am Nachmittag wird das Gelernte dann praktisch angewandt. Die Schüler schlüpfen selbst in die Rolle von Managern und müssen sich mit „ihrem Unternehmen“ erfolgreich auf dem Markt behaupten. Hier gilt es, die richtigen unternehmerischen Entscheidungen zu treffen, um am nächsten Tag eine gute Bilanz aufzuweisen. Das Spiel basiert auf einer Computersimulation, die vom Spielleiter abends mit den Schülerdaten gefüttert wird, so dass am nächsten Morgen die Ergebnisse vorliegen. Über Nacht ist auch gleich ein ganzes Geschäftsjahr vergangen. Damit der raue Wettbewerb unter den Marktteilnehmern erfahrbar wird, spielen drei Schülerteams um den Titel der Marktführerschaft. Den Höhepunkt der Woche bildet eine Abendveranstaltung am Donnerstag, bei der die Schülerunternehmer ihr Produkt und ihre Strategie vor einem sachverständigen Publikum aus Politik und Wirtschaft vorstellen. Wie in den vergangenen Jahren liegt die Betreuung und Durchführung des Projekts in den Händen von Bettina Blecher von der Stiftung Niedersachsenmetall. Und auch DEMAG-Chef Herr Müller, ein eifriger Förderer des „MIG“, freut sich schon mit seinen Mitarbeitern auf die jungen Kollegen vom Gymnasium Uslar.
Peter Reiter, betreuender Lehrer des MIG 2008
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