Wie es sich schon in der Schule herumgesprochen hat, gibt es hier bei uns die so genannte „Mediation“ / Streitschlichtung. Dafür wurden vor einem Jahr aus den damaligen 5. und 7. Klassen je 2 SchülerInnen extra ausgebildet. Der Förderverein hat diese Ausbildung freundlicherweise finanziert. Für die Mediation gibt es seitdem auch extra einen Raum, in dem man die Mediatoren oder Konfliktlotsen von montags bis freitags in der 1. großen Pause findet. In diesem Schuljahr ist dieser Raum noch im Erdgeschoss des Unterstufentraktes zu finden (neben der 7d).
Die Streitschlichtung soll bei Konflikten helfen, beraten und vermitteln. Beispiel: Zwei Schüler streiten sich, weil der eine den anderen nicht in einer Klassenarbeit hat abschreiben lassen. Falls aus der kleinen Auseinandersetzung ein großer Streit wird, können sich die beiden überlegen, ob sie den Konflikt alleine, ohne fremde Hilfe lösen können. Sollte das nicht der Fall sein, gibt es die Streitschlichter. Sie helfen bei der Suche nach der Lösung für das Problem.
Der Ablauf der Mediation ist in fünf Stufen eingeteilt: Vorbereitung: Man begrüßt sich und der Mediator fragt, ob die SchülerInnen freiwillig da sind und stellt die Regeln für den Gesprächsverlauf vor: Z.B., dass man dem anderen zuhört und nur redet, wenn man den Erzählstein in der Hand hat. (Die Regel mit dem Erzählstein finden manche aber zu kindisch, deshalb tritt sie nur in Kraft, wenn es wirklich zu laut wird.) Die zweite und die dritte Stufe sind die Benennung und die Bearbeitung des Streits. Der Streitschlichter fragt jeden einzelnen Schüler, wie er die Situation sieht. Dabei ist es für die Mediatoren ganz besonders wichtig, gut zuzuhören und vielleicht auch noch einmal nachzuhaken, damit es zu keinen Missverständnissen kommt. Damit der Streitschlichter sichergehen kann, ob der andere dem Schüler, der erzählt, auch genau zuhört, soll er das Gesagte wiederholen lassen. Dann wird gefragt, wie die Streitenden sich fühlen und welche Bedürfnisse erfüllt oder nicht erfüllt wurden. Als Hilfe kann sich gegebenenfalls eine Tabelle mit verschiedenen Gefühlen und Bedürfnissen angesehen werden. Die vierte Stufe ist die Lösung des Konfliktes: Die beiden streitenden SchülerInnen sollen jeder auf ein Blatt Papier eine Lösung aufschreiben, mit der sie zufrieden wären und sie vorlesen. Wenn man sich dann für einen Lösungsweg (z.B. für eine Entschuldigung) entschieden hat, kommt es zur fünften Stufe, dem Vertrag. Hier wird der Lösungsweg vom Mediator aufgeschrieben und dann wird ein Nachtreffen vereinbart. Diesen Vertrag müssen die SchülerInnen dann unterschreiben. Geleitet wurde diese Mediatoren-Ausbildung von Christian Ludwig, einem professionell ausgebildeten Trainer. Betreut wird die Gruppe der Streitschlichter von Frau Splitt.
Also: Wenn Ihr Euch mal streitet, geht zu den Streitschlichtern! Sie helfen Euch bei der Lösung des Konfliktes. (Leonie Rübsam, Jg. 8)